Fluch oder Segen?

Förderung des Lokalrundfunks: zwischen Vielfaltszielen und Abhängigkeiten

Ursprüngliche Idee unseres dualen Mediensystems war: der öffentlich-rechtliche Rundfunk wird über Beiträge finanziert, die privatwirtschaftlichen Anbieter refinanzieren sich über Werbung. Im Bereich des Lokalfernsehens in Bayern wurde diese Idee von Beginn an nicht umgesetzt. Bei den anderen lokalen Medien in Bayern ist das bisher anders, die Bedingungen für die Sender verschlechtern sich aber zusehends. Wie die Printmedien bekommt auch der lokale Rundfunk seit Jahren die strukturellen Veränderungen des Medienmarktes zu spüren. Der Siegeszug des Internets hat das Mediennutzungsverhalten verändert. Werbeeinnahmen der traditionellen Medien brechen weg. Die internationalen sozialen Netzwerke und Suchmaschinen sind wohl die Gewinner der Entwicklung. Aufgrund des wachsenden Wettbewerbs um Werbemittel drängen die nationalen Medienkonzerne ebenfalls verstärkt in die regionalen Werbemärkte und werden damit zu einer weiteren Konkurrenz der lokalen und regionalen Anbieter. Die öffentlich-rechtlichen Sender bauen ihr Angebot aus, die private Konkurrenz sieht das mit Schrecken. Die Programmvielfalt ist aufgrund des Kostendrucks und der Abhängigkeit von Hörer*innenzahlen nicht überwältigend. Und die vielbeschworene Chancengleichheit zwischen kleinen und großen Playern im Medienmarkt konnte bisher nicht hergestellt werden. Es stellt sich daher die drängende Frage, wie die Lokal- und Regionalsender aus eigener Kraft die Herausforderungen der Digitalisierung und der veränderten Wettbewerbsbedingungen meistern können. An welchen Stellen ist Unterstützung nötig, um eine immer weitere Konzentration im Lokalrundfunkmarkt zu verhindern, den Rundfunkveranstalter*innen die notwendige Planungssicherheit zu geben und prekäre Arbeitsverhältnisse nicht zuzulassen? Wie muss diese Unterstützung aussehen, um eine unabhängige, vielfältige und qualitätsvolle, bayerische Lokalmedienlandschaft zu bewahren?

Eine Veranstaltung der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen


Das Panel zum Nachhören:


 


Speaker

Andreas Enders

KULTRADIO

Syl Glawion

Radio Z

Alexander Koller

Funkhaus Nürnberg

Siegfried Schneider

Präsident der BLM

Moderation

Ulrike Gote

Bündnis 90/ Die Grünen im Bayerischen Landtag