Nachmachen! Promotion und Sonderwerbeformen im lokalen TV
PRESSEMITTEILUNG, 06. Juli 2011 (ja) „Nachmachen!“, so lautete das Schlusswort von Moderator René Falkner im Workshop „Update 2011. Promotion und Sonderwerbeformen im lokalen TV“. Ein Vorbild für andere lokale Fernsehanbieter könnten die drei präsentierten Gestaltungsideen für Sonderwerbeformate sein. Sie zeigten, dass Tankstellenbetreiber auch auf amüsante Weise beworben werden können und ein moderierender Medienberater, der vor laufender Kamera Verkaufspreise herunterhandelt, für Werbepartner, Fernsehsender und Zuschauer gleichermassen vorteilhaft ist .
Nach René Falkners These wird das Fernsehen als Werbeplattform verkannt, da es weit hinter Zeitung und Radio, erst auf Platz sieben der favorisierten Werbemedien rangiere. Weil die Spotwerbung deutlich zurückgeht, istKreativität gefragt und von den Werbekunden werden vermehrt Sonderwerbeformen gewünscht.
Anja Hermann, Studioleiterin bei Dresden Fernsehen, lässt die Zuschauer jährlich über die „Winterwetterfee“ abstimmen, die das Wetter präsentierten soll. Im vergangenen Jahr entschied sich das Publikum für eine Moderatorin, die gerade im Umwandlungsprozess vom Mann zur Frau war. Diese Antiheldin, so Hermann, sorgte für sehr viel Furore, bis hin zu einer Schlagzeile in der Bild-Zeitung: „Deutschlands erste transsexuelle Moderatorin“. Der Erfolg des Casting-Konzepts zeigte sich in einem finanziellen Gewinn, einem um 10% erweiterten Seherkreises und neuen Anfragen von Werbekunden, die Spots platzieren wollen. Auch die Akquise von neuen Moderatorengesichtern sei dabei nicht zu verachten, so Hermann. Das Erfolgsrezept war die Aufmerksamkeit, die mit dem Casting und der ungewöhnlichen Moderatorin erzielt werden konnte.
Von einer erfolgreichen Kooperation mit lokalen Werbekunden berichtete Frank Müller, Geschäftsführer von Sachsen Fernsehen und Neumarkt TV . Für einen Tankstellenbetreiber entwickelte er die Sendung „Car Wash, der Talk, der sich gewaschen hat“, die bereits im fünften Jahr erfolgreich auf Neumarkt TV zu sehen ist. Während eines Waschgangs in der neuen Autowaschanlage des Sponsors werden kurze Interviews mit bekannten und unbekannten Einwohnern der Kleinstadt Neumarkt i. d. OPf. geführt. Neben beträchtlichen Einnahmen hat der Sender ein Format dazugewonnen, über das in Neumarkt viel gesprochen wird, stellte Müller fest.
Mit der viertelstündigen Dauerwerbesendung „drei M – Mobilität, Motoren, Menschen“ auf TV Südbaden reagierte Christian Noll, Geschäftsführer des Funkhaus Freiburg, nicht nur auf einen Rat seines Medienberaters, sondern setzte diesen sogleich als Moderator ein. Pro Sendung werden ein oder zwei Werbekunden besucht und zu neuen Produkten interviewt. Der Erfolg der Sendung beruht auf spontanen Verkaufsgesprächen, in denen der Moderator Sonderangebote für die Zuschauer aushandelt. Noll betonte, dass mit dieser „Werbesendung, die sich nicht so anfühlt“, die verbreitete Annahme widerlegt wird, Fernsehen wirke nur Image bildend, denn mit „drei M“ würden Nachfrage und Abverkauf initiiert. Für den Werbepartner seien auch die Bildrechte interessant. Die Dauerwerbesendung bescherte TV Südbaden einen Mehrumsatz und sei ein Türöffner für Folgeaufträge, so Noll. (Jennifer Ahl)