Die Nutzung des Radios über das Internet steigt stetig und davon profitieren vor allem auch UKW-Radios. Wie Radio über Web und App genutzt wird, zeigt eine neue Studie. Eine immer größere Rolle spielen Smartphones und Tablets, über die sich Radio ganz neu präsentieren kann. Sender benötigen überzeugende Strategien für die mobile Nutzung.
Es diskutieren:
Prof. Dr. Klaus Goldhammer, Goldmedia, Berlin
Klaus Gräff, RBC GmbH, Hamburg
Ansgar Mayer, Axel Springer Akademie, Berlin
Albert Malli, ORF, Wien
Moderation: Mario Gongolsky, MediaClinic, Bonn
Prof. Dr. Klaus Goldhammer zum Nachhören:
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Klaus Gräff zum Nachhören:
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Dr. Ansgar Mayer zum Nachhören:
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Albert Malli zum Nachhören:
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Im Interview:



Zwischen UKW und WWW – Wo liegt die Zukunft des Radios?
PRESSEMITTEILUNG, 06. Juli 2011 (ok) Durch neue Geräte und Technologien wächst der Webradiomarkt in Deutschland rasant. Für Programmverantwortliche ergeben sich daraus Chancen und Risiken. Wie die Zukunft des Radios aussehen könnte, wurde auf dem Workshop „Radio und Internet“ im Rahmen der Lokalrundfunktage diskutiert. Neben einer Bestandsaufnahme der gegenwärtigen Situation der Webradios in Deutschland stand dabei die Praxis mobiler Webradio-Applikationen im Mittelpunkt.
Zunächst stellte Prof. Dr. Klaus Goldhammer, Geschäftsführer Goldmedia, die aktuellen Ergebnisse des Webradio-Monitors vor. Die Marktanalyse ergab auch dieses Jahr ein starkes Wachstum netzbasierter Hörfunkangebote. Demnach verzeichneten Webradios einen Zuwachs in der Nutzung um 57 % seit 2006, 80 % der Sender sind ausschließlich im Internet zu finden. Insgesamt werden in Deutschland gegenwärtig 3100 Webradios gezählt. Seit der letzten Analyse sei zudem ein erneuter Anstieg um 14 % festzustellen.
Anschließend präsentierte Klaus Gräff, Geschäftsführer des Webradiovermarkters RBC, die vorläufigen Ergebnisse einer Studie zur Webradionutzung. Demnach unterscheide sich die Nutzung internetbasierter Angebote nicht fundamental vom UKW-Radio. Allerdings entscheide sich der Hörer bewusst für das Programm. Radio aus dem Web sei somit zielgruppenschärfer, wenngleich es eher komplementär zu traditionellen Medien genutzt werde. Wichtig für Programmverantwortliche sei daher, dass bei der Nutzung zusätzlicher Plattformen ein Mehrwert für den Hörer erkennbar und der Inhalt nicht einfach dupliziert wird.
Albert Malli, stellvertretender Programm- und Senderchef von Ö3, erläuterte das Konzept und die Erfahrungen des eigenen Angebots im Internet. Der österreichische Sender besitzt eine außergewöhnlich große Facebook-Fangemeinde. Dies ließe sich nach Meinung des Radiomachers auf den unaufdringlichen Stil der Kommunikation zurückführen. Das Potential für Radiosender in sozialen Netzwerken sollte somit keinesfalls in der Absetzung von Werbebotschaften ausgeschöpft werden. Vielmehr ließen sich die Stärken von Social Media am besten durch authentische und zurückhaltende Interaktion mit den Hörern nutzen.
Von den Sendern entwickelte Applikationen für Smartphones und Tablets bieten ferner eine Möglichkeit, zusätzlich zum UKW-Betrieb Inhalte anzubieten. Wichtiger als der zusätzliche Kanal sei dabei die durch das Angebot gewährleistete zusätzliche Präsenz der Marke.
Basierend auf den Ergebnissen seiner Dissertation stellte Dr. Ansgar Mayer (Axel Springer Akademie) schließlich die Potentiale mobiler Audiomedien vor. Durch die All-in-One Ausrichtung der Smartphones und Tablets sei eine „neue Konkurrenzsituation“ entstanden, der die Sender begegnen müssen. Eine Smartphone App habe demnach Ansprüche an einen konkreten Mehrwert für den Hörer zu erfüllen. (Oliver Kohlmaier)