Workshop
Hörfunk

Radio & Social Media
Mit Facebook und Twitter auf Sendung

Dienstag, 6. Juli 2010
15:00 - 16:00 Uhr
Saal Seoul

Total sozial? Die Kombination von Radio und Internet ebnet bei vielen Programmanbietern den Weg zu eigenen Social Networks. Besonders die Jugendradios setzen gezielt auf bestehende „Social Communities“. Hörer vernetzen sich, liefern Inhalte, bewerben damit das Programm und geben Feedback – ideal zur Steigerung der Verweildauer und zur Stärkung der Programmmarke. Aber können mit dem Einsatz von Twitter und Facebook-Strategien auch zukünftige Umsätze generiert werden?

Die „Hörer-Freunde“ machen sich freiwillig zum hilfreichen Marketinginstrument und erhöhen die  Wirkung von viralen Kampagnen. Doch der „Werbeträger Mensch“ funktioniert nur, wenn die Ideen im sozialen Netzwerk auch glaubwürdig und unterhaltsam anmuten. Welche Aktionen aus der Praxis sind sinnvoll?

Moderation: Michael Praetorius, NOEO, München

Dany Büchi zum Nachhören:
Dany Büchi, Teil 1:

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Dany Büchi, Teil 2:

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Michael Pretorius zum Nachhören:

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Jan-Boyke Seemann zum Nachhören:
Jan-Boyke Seemann, Teil 1:

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Jan-Boyke Seemann, Teil 2:

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Wolfgang Struber zum Nachhören:

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Thomas Wenzel zum Nachhören:

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Podcast zum Workshop von Dominik Sichling, afk max:

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Bericht über den Workshop

„Aufmerksamkeit generieren“ – wie Facebook und Co. die Vermarktungsstrategien des Hörfunks verändern

Sind die Social Media Plattformen nur ein Hype und werden überbewertet? Oder sind Facebook und Co. die Marketinginstrumente der Zukunft, auf die die Verantwortlichen der Hörfunkanbieter unbedingt setzen sollten, wenn sie auch weiterhin am Markt bestehen wollen? Darüber und über die Möglichkeiten, wie ein Markenauftritt beispielsweise auf Facebook konkret aussehen und erfolgreich gestaltet werden kann, diskutierten die WorkshopteilnehmerInnen.

Wie Jan-Boyke Seemann von den „Seebären“ aus Kiel ermittelte, sind zwar 82 Prozent der untersuchten Radiosender mit einer sogenannten Fanpage auf Facebook vertreten, jedoch haben diese im Durchschnitt nur 2400 Fans. Von Seiten der Sender sei der Wille zur Einbindung von Facebook und Co. zwar durchaus gegeben, jedoch müssten gerade online die einzelnen Zweige wie Vertrieb, Marketing und Redaktion noch enger zusammen arbeiten, um im Web2.0 auch Umsatz generieren zu können.

Wolfgang Struber von Radio Arabella Wien betont, dass alle, die die jüngere Zielgruppe erreichen wollen, zusätzlich zu einem guten Radioprogramm, auch auf den Social Media Plattformen präsent sein müssen. Deshalb lautet sein Erfolgsrezept, die Marke Radio Arabella in den Mittelpunkt zu stellen, die unterschiedlichen Marketinginstrumente und Übertragungswege zu vernetzen und dadurch die Kernbotschaften zu vermitteln. „Unser Ziel ist es, mit Hilfe von Facebook, Twitter, Flickr und Youtube Aufmerksamkeit zu generieren, die Menschen an unsere Marke zu binden und sie im Optimalfall wieder auf unsere Senderhomepage zurückzuführen.“

„Man muss als Sender da hin gehen, wo die Zielgruppe ist.“ So lautet das Credo von Thomas Wetzel von egoFM. Die Tatsache, dass sein Sender mit knapp 11.000 Fans fast genauso viele Befürworter auf Facebook wie durchschnittliche Radiohörer pro Stunde aufweist, zeigt, dass er mit dieser Einschätzung richtig liegt. Der Fokus der Social Media Aktivitäten von egoFM liegt ganz klar auf Facebook, denn dank der Funktion der Fanpages könne man auch mit einer kleinen Mitarbeiteranzahl online erfolgreich aktiv sein. „Facebook erleichtert es uns mit den Hörern in Kontakt zu treten, weil deren Hemmschwelle sinkt und sie sich viel eher trauen uns beispielsweise einen Musikwunsch auf die Seite zu posten, den wir dann wiederum schnell umsetzen können.“

Nicht immer, so gibt Dani Büchi von Energy Zürich zu, war ihm die Bedeutung von Social Media Plattformen für den Erfolg eines Radiosenders bewusst. So untersagte er vor einigen Jahren seinen Mitarbeitern, sich während der Arbeitszeit auf den sozialen Netzwerken aufzuhalten.

Als dann jedoch Energy Zürich der Konzessionsentzug drohte und sich auf Facebook Tausende von Hörern in Gruppen zusammentaten, um sich für den Fortbestand des Radiosenders auszusprechen, erkannte er das Potenzial bezüglich Hörerbindung und -Mobilisierung. Seitdem ist nicht nur das Verbot für die Mitarbeiter aufgehoben, sondern auch das Gesamtmarketingkonzept wurde sehr stark auf Online ausgerichtet. Konkret heißt dies, dass nun das ganze Spektrum der Marke Energy ausgenutzt wird, indem die Hörer beispielsweise dazu angeregt werden, aktiv mitzumachen und bei Diskussionen auf der Facebook-Fanpage von Radio Energy Zürich Kommentare zu schreiben oder auch mal nur den „Gefällt mir“-Button zu drücken.

Doch trotz der vielfältigen Möglichkeiten, die Social Media Plattformen den Marketingfachleuten eröffnen, sei für den Erfolg eines Senders immer noch der gute und überzeugende Inhalt entscheidend, so waren sich die Podiumsdiskussionsteilnehmer einig. Jedoch könnten Facebook, Twitter und Co. vor allem dabei helfen, die jungen Hörer, die sogenannten Digital Natives, die mit dem Internet und den Social Media Plattformen aufgewachsen sind, abzuholen und sie langfristig an den Sender zu binden.

Verfasserin: Miriam Wolf

Referenten

Wolfgang StruberRadio Arabella, Wien

2010 Wolfgang Struber

Wolfgang Struber ist Geschäftsführer der Radio Arabella GmbH in Wien, die Arabella-Lokalsender in Wien, Niederösterreich, Oberösterreich und Salzburg betreibt. Neben den Radioangeboten baut Struber die ...

Wolfgang Struber ist Geschäftsführer der Radio Arabella GmbH in Wien, die Arabella-Lokalsender in Wien, Niederösterreich, Oberösterreich und Salzburg betreibt. Neben den Radioangeboten baut Struber die Online-Geschäftsfelder der Arabella-Senderfamilie in Österreich aus. Als Vorstandsvorsitzender des Vereins Privatsenderpraxis setzt sich Struber für die Aus- und Fortbildungseinrichtung privater Radio- & Fernsehmacher in Österreich ein. Er ist Mitglied der Digitalen Platttform Austria, des Fachverbandes der Rundfunk- und Telekommunikationsunternehmen bei der Wirtschaftskammer Österreich und Vorstandsmitglied des Verbandes Österreichischer Privatsender.



Dani BüchiRadio Energy, Zürich

2010 Dani Buechi

Nach dem Betriebwirtschaftsstudium an der Universität St. Gallen, zog es Dani Büchi als Moderator zu Radio Z nach Zürich. Dort erreichte er nach der Station ...

Nach dem Betriebwirtschaftsstudium an der Universität St. Gallen, zog es Dani Büchi als Moderator zu Radio Z nach Zürich. Dort erreichte er nach der Station als stellvertretender Programmleiter schnell den Posten des Programmleiters. 2003 wechselte Dani Büchi zu Radio Energy wo er als Marketing- und Programmleiter tätig war. Seit 2007 trägt er als Geschäftsführer die Verantwortung für den Sender in Zürich.



Jan-Boyke SeemannDie Seebären, Kiel

2010_Seemann_Jan Boyke

Jan-Boyke Seemann ist Gründer und Inhaber der Audio- und Werbeagentur „Die Seebären“. Seine Schwerpunkte sind dabei seit 2004 die Konzeption und Realisierung von crossmedialen Konzepten ...

Jan-Boyke Seemann ist Gründer und Inhaber der Audio- und Werbeagentur „Die Seebären“. Seine Schwerpunkte sind dabei seit 2004 die Konzeption und Realisierung von crossmedialen Konzepten für Sender, Vermarkter oder Direktkunden. Zusätzlich texten, konzeptionieren und produzieren die Seebären Radiospots, Podcasts und Hörfunk PR. Der „Broadcast Future“ Dozent ist außerdem Mitglied der „Radiozentrale“ und war früher Verkaufsleiter bei Radio PrimaTon und Antenne Koblenz.



Thomas WetzelegoFM, München

2010 Wetzel Thomas

Thomas Wetzel, Jahrgang 1972, kam nach dem Studium der Rechts- und Verwaltungswissenschaften sowie der Medienkultur Ende 1997 als Praktikant zu Antenne Thüringen. Nach einem Volontariat ...

Thomas Wetzel, Jahrgang 1972, kam nach dem Studium der Rechts- und Verwaltungswissenschaften sowie der Medienkultur Ende 1997 als Praktikant zu Antenne Thüringen. Nach einem Volontariat beim dem Weimarer Sender wechselte er 1999 zu radio TOP40, wo er als Projektleiter und Chefredakteur arbeitete. Von 2008 bis 2009 war er als Programmdirektor für Energy Sachsen zuständig, bevor er Ende 2009 die Programmleitung beim Münchner Sender egoFM übernahm.



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Michael PraetoriusNOEO, München

Michael Praetorius 100

Michael Praetorius, geboren 1978 in München, ist als Publizist und Medienberater tätig. Sein Unternehmen NOEO entwickelt Online-Strategien, Webanwendungen für Online-Inhalte sowie Social Media Konzepte. Zu ...

Michael Praetorius, geboren 1978 in München, ist als Publizist und Medienberater tätig. Sein Unternehmen NOEO entwickelt Online-Strategien, Webanwendungen für Online-Inhalte sowie Social Media Konzepte. Zu den Auftraggebern zählen die TV-Sender des MGM Networks, die Videospielefirmen Nintendo of Europe und Activision Blizzard, oder der Radiosender Antenne Bayern. Michael Praetorius war bisher Dozent an der Bayerischen Akademie für Werbung, der Fachhochschule für angewandtes Management in Erding und dem Aus- und Fortbildungskanal München. Praetorius ist langjährig als Journalist für Hörfunk, TV- und Online-Medien tätig. Privat agiert er als Video-Blogger und produziert den Münchner Medien-Talk Isarrunde.

 

Partner der Lokalrundfunktage 2012