Workshop
Spezial

Lokaljournalismus 2.0
Bürgerreporter, Blogs und Plattformen, Teil 1

Mittwoch, 6. Juli 2011
10:00 - 11:00 Uhr
Saal Shanghai

Ob Crowdsourcing Journalism, Beiträge von Bürgerreportern oder Blogs: Längst gibt es neben den klassischen lokalen Medienangeboten neue Formen um lokale Informationen zu publizieren – vor allem in Internet. Das Web bleibt jedoch nicht die alleinige Plattform für den Bürgerjournalismus, auch die lokalen Radio und TV-Programme entdecken die Bürgerbeteiligung.

Vorträge, Praxisbeispiele und Diskussionsrunde mit:

Stefan Aigner, istlokal.de, regensburg-digital.de, Regensburg
Jim Colgan, WNYC, New York
Michael Liebler, Radio Z, Nürnberg
Thomas von Seckendorff, Radio Trausnitz, Landshut
Dr. Daniel Holle, tvype GmbH

Der Vortrag von Jim Colgan wird simultan übersetzt.
Moderation: Inge Seibel-Müller, freie Journalistin und Medienberaterin, Stephanskirchen

Jim Colgan zum Nachhören:

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Michael Liebler zum Nachhören:

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Thomas von Seckendorff zum Nachhören:

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Daniel Holle zum Nachhören:

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Referenten im Interview:

Bericht über den Workshop

Der Bürger als Reporter

PRESSEMITTEILUNG, 6.Juli 2011 (vk) Wie kann ich Lokaljournalismus für den Bürger interessanter machen? Und wie kann ich den Bürger selbst beteiligen? Damit beschäftigte sich der Workshop „Lokaljournalismus 2.0: Bürgerreporter, Blogs und Plattformen“. Fünf Referenten aus unterschiedlichen Medien berichteten über ihre Erfahrungen.

Der irische Referent Jim Colgan, Online-Redakteur des New Yorker Public Radio WNYC, gilt als einer der Pioniere im Bereich von interaktiven Crowdsourcing-Projekten im öffentlichen Radio. Colgan schildert Anfänge und Ausbau der Bürgerbeteiligung bei Radio WNYC und hält als grundsätzliche Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Bürgerreportern dabei fest, dass man stets wissen muss, warum man den Hörer einbindet:„Have a clear use for engagement“. Aber auch der richtige Einsatz der Technik ist entscheidend: “Let us drive the technology”. Radiosender müssen im gegenzug die Höreraktionen auch wieder im Radio aufbereiten – am idealsten in Verbindung mit der Webseite als Platform. Die Zugangsbarrieren für Hörer bei den Aktionen mitzumachen müssen daher so gering wie möglich sein:  „Keep the barrieres really low“.

Auf welchen Wegen Radio Trausnitz in der Internet-Community vertreten ist, stellt Thomas Seckendorff , Programmleiter im Funkhaus Landshut, vor:  Um sich auch online als Marke zu etablieren, müssen die lokalen Radiojournalisten den Wünschen und Interessen der Hörer entgegenkommen: „Wer sind wir, dass wir den Leuten sagen, was sie zu interessieren hat. Wenn ich als Lokalsender und Wirtschaftsunternehmen überleben will, muss ich was bringen, was die Leute interessiert, sonst schalten sie nicht ein.“ Seckendoff ist überzeugt, dass Bürgerbeteiligung ins Programm integriert werden muss, um auf Dauer zu bestehen. Dennoch sei es natürlich immer noch wichtig Informationen zu selektieren und bestimmte Angaben der Hörer zu überprüfen.

Stefan Aigner ist freier Journalist und Herausgeber der unabhängigen Netzzeitung www.regensburg-digital.de, die mit kommunalen Spartenthemen und kritischer Berichterstattung aufwartet. Er sieht darin vor allem einen wichtigen Gegenpol zu den herkömmlichen Medien. In Regensburg gäbe es nur eine Tageszeitung mit weitgehender Monopolstellung. Zudem sind die meisten Medien werbeabhängig, weshalb bestimmte Themen ausgespart würden. Ein Bedarf für zusätzliche, unabhängige Berichterstattung sei da.

Den Nutzen, den der Bürger aus seiner Arbeit in den Medien ziehen kann, betonte Michael Liebler, Vorstand im Trägerverein des nichtkommerziellen Community Senders Radio Z in Nürnberg. Es gehe bei Radio Z vor allem um Kommunikation und das Erwerben von Medienkompetenz. Durch die gemeinschaftliche Radioarbeit werde Selbstbewusstsein und Zusammenhalt bestimmter gesellschaftlicher Gruppen gestärkt. Wesentlich ist auch die Förderung der Integration, da migrantische Gruppen ihre gesellschaftliche Diskussion in die Mehrheitsgesellschaft via Radio hineintragen könnten. Aufgrund der Vielfalt der Themen und der unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen würde Community Media zudem Medienpluralismus und Medienvielfalt schaffen. Auch kreatives und innovatives Potential vor Ort werde durch die enge Bindung an die Soziokultur und gegenseitigen kulturellen Austausch gefördert.

Auf die professionelle Umsetzung von Bürgerjournalismus in den etablierten Medien hat sich Dr. Daniel Holle spezialisiert. Als Gründer und Geschäftsführer der Firma tvype zeigt er, was professionelle Medien beachten sollte, um Bürgerjournalismus erfolgreich in ihrem Unternehmen zu integrieren. Die größten Probleme lägen nach seinen Erkenntnissen  am häufigsten in der technischen Umsetzung, die attraktiv und spielerisch gestaltet sein muss –  und vor allem einwandfrei funktioniert. Die Redaktionen sollten sich deshalb auf die redaktionellen Kompetenzen und Bürgernähe konzentrieren und die technische Umsetzung Experten überlassen. Letztendlich sei das Ziel aus der Zusammenarbeit mit den Bürgerjournalisten sowohl der redaktionelle Mehrwert, als auch die erhöhte Kundenbindung durch Bürgernähe. (Verena Köhler)

Referenten

Dr. Daniel Holletvype GmbH

2011 Holle Daniel

Dr. Daniel Holle ist Gründer und Geschäftsführer von tvype (sprich twaip). Seit 2009 spezialisiert er sich auf Bürger- und Fan Journalismus und dessen erfolgreiche Umsetzung ...

Dr. Daniel Holle ist Gründer und Geschäftsführer von tvype (sprich twaip). Seit 2009 spezialisiert er sich auf Bürger- und Fan Journalismus und dessen erfolgreiche Umsetzung für Medienunternehmen. Sein Unternehmen tvype GmbH aus Berlin bietet als Technologie Dienstleister eine Whitelabel Bürgerreporter Technologie für Verlage, Radio und TV Sender. Daniel Holle studierte internationale BWL an der ESCP Europe in Paris, Oxford und Berlin. Als Strategieberater beriet er mehrere Jahre zahlreiche Medien und Telekom Konzerne zu Innovations- und Produktstrategie. Er promovierte über “Konvergenzprodukte der Telekom, Internet, Medien und Entertaiment Märkte” in Regensburg und an der UC Berkeley, USA.

Thomas von SeckendorffRadio Trausnitz,
Landshut

2011 Thomas von Seckendorff

Der berufliche Werdegang von Thomas von Seckendorff, seit 2008 Programmleiter im Funkhaus Landshut, beginnt 1986 mit einem Volontariat beim Lokalradio Radio SR 1 in Straubing. Im ...

Der berufliche Werdegang von Thomas von Seckendorff, seit 2008 Programmleiter im Funkhaus Landshut, beginnt 1986 mit einem Volontariat beim Lokalradio Radio SR 1 in Straubing. Im Anschluss ist er von 1987-1989 Produktionsleiter/ T&C beim Straubinger Radio Danubia, dort wird er 1989 zum Programmleiter. Von 1991-1994 ist er als Studioleiter von Radio Melodie tätig, danach ist er bis 1995 Geschäftsführer bei Radio ARABELLA in München. Von 1995 bis 1997 ist er wieder Studioleiter von Radio Melodie, im Anschluss bis  2008 Geschäftsführer von Radio Melodie.

Daniel Wildfeuerlokalnews GmbH, Passau

2011 Wildfeuer

Daniel Wildfeuer, geboren 1982 in Freyung, ist Geschäftsführer der lokalnews GmbH. www.lokalnews.de ist am 24. Februar 2011 als erste reine Online-Lokalzeitung für die Stadt Passau gestartet ...

Daniel Wildfeuer, geboren 1982 in Freyung, ist Geschäftsführer der lokalnews GmbH. www.lokalnews.de ist am 24. Februar 2011 als erste reine Online-Lokalzeitung für die Stadt Passau gestartet und erreicht aktuell bereits rund 28.000 Leser monatlich. Daniel Wildfeuer war zuvor Gründer und Geschäftsführer bei bsmparty.de, der größten regionalen Social-Community in Süd-Ostbayern. Privat beschäftigt er sich mit Social Media und betreibt diverse Facebook Fanseiten u.a. mit rund 600.000 Fans die größte Fanseite (www.facebook.com/schwarzrotgold) der deutschen Fußballnationalmannschaft.

Inge Seibel-Müllerfreie Journalistin und Medienberaterin, Stephanskirchen

2011 Foto_Inge-Seibel-Mueller

Inge Seibel-Müller ist Privatradiofrau der ersten Stunde. 1986 war sie maßgeblich am Aufbau von Radio Charivari München, eines der ersten Lokalradios in Deutschland, beteiligt. Ihre ...

Inge Seibel-Müller ist Privatradiofrau der ersten Stunde. 1986 war sie maßgeblich am Aufbau von Radio Charivari München, eines der ersten Lokalradios in Deutschland, beteiligt. Ihre wichtigsten beruflichen Lebensabschnitte: Abitur in Madrid, Romanistikstudium in München, Moderatorin, Chefredakteurin und Studioleiterin bei Radio Charivari München (1986 – 1995), Programmchefin und Chefredakteurin bei Antenne Thüringen (1995 – 1998), Mitglied des Projektteams Hörfunk der Bundeszentrale für politische Bildung (2003 – 2010). Seit Geburt ihrer Tochter Julia 1998 arbeitet Inge Seibel-Müller freiberuflich, u.a. als Moderatorin und Referentin bei Medienkongressen und als Trainerin in Workshops. Für die Bundeszentrale für politische Bildung betreut sie die Online-Plattform http://www.hoerfunker.de

Sie schreibt für die „drehscheibe“ und das „Mediummagazin“. Seit 2001 ist sie Mitglied der Jury für den LFM-Hörfunkpreis. Ihr Steckenpferd sind die sozialen Netzwerke. Ihr Twitteraccount: http://twitter.com@issis 

Ihre persönliche Website: http://ingeseibel.de

Michael LieblerRadio Z, Nürnberg

2011 Michael Liebler

Michael Liebler ist Vorstand im Trägerverein des nichtkommerziellen Community Senders Radio Z, Nürnberg. Von 1995 bis 2008 war er bei  Radio Z journalistisch tätig, zunächst ...

Michael Liebler ist Vorstand im Trägerverein des nichtkommerziellen Community Senders Radio Z, Nürnberg. Von 1995 bis 2008 war er bei  Radio Z journalistisch tätig, zunächst als Mitglied des Erwerbslosenmagazins “Basta”, ab 1997 als Redakteur des tagespolitischen Magazins Stoffwechsel. Neben journalistischer Grundausbildung gehörte zu seinem Tätigkeitsbereich auch die technische Weiterentwicklung der Internetpräsenz des Senders. Seit Anfang der 90er Jahre befasst er sich  mit den Perspektiven computergestützter Kommunikation für eine kritische Öffentlichkeit vor dem Hintergrund seiner Erfahrungen in den “Neuen Sozialen Bewegungen” der 80er Jahre und deren Suche nach alternativen Medienformen und Kommunikationskanälen. Heute ist er hauptberuflich Webentwickler und ist Mitinitiator einer Kampagne, die die Anerkennung der Community Medien als eigenständigen Mediensektor in Bayern anstrebt.

Stefan Aigneristlokal.de, Regensburg

2011 Stephan Aigner

Stefan Aigner, geboren 1973, absolvierte sein Studium in München und Regensburg ( M.A. Deutsch, Englisch, Geschichte). Er arbeitet als Journalist in Regensburg und ist seit ...

Stefan Aigner, geboren 1973, absolvierte sein Studium in München und Regensburg ( M.A. Deutsch, Englisch, Geschichte). Er arbeitet als Journalist in Regensburg und ist seit drei Jahren Herausgeber von www.regensburg-digital.de. Dort berichtet er hauptsächlich über lokale Themen, aber auch über Rechtsextremismus, Rüstungsindustrie und Arbeitsrecht. Außerdem sitzt er im Vorstand von istlokal.de.



Jim ColganWNYC, New York

Jim Colgan

Der Ire Jim Colgan ist Online-Redakteur bei dem New Yorker Public Radio WNYC und dort für interaktive Projekte zuständig, wie z.B.  “The Takeaway”, dem nationalen Nachrichtenprogramm ...

Der Ire Jim Colgan ist Online-Redakteur bei dem New Yorker Public Radio WNYC und dort für interaktive Projekte zuständig, wie z.B.  “The Takeaway”, dem nationalen Nachrichtenprogramm am Morgen. Er ist seit 10 Jahren bei WNYC, davon 6 Jahre  Produzent des lokalen Talk-Formats „The Brian Lehner Show“, das mit dem rennomierten “Peabody Award” ausgezeichnet wurde, dem ältesten Medienpreis in den USA. Nebenbei betreute Colgan auch eines der ersten Crowdsourcing-Projekte im öffentlichen Radio, das New Yorker Hörer dazu animierte, Daten zu überhöhten Preisen in Lebensmittelläden zu sammeln. Anfang 2011 veröffentlichte er einen interaktiven Stadtplan, in dem Hörer via SMS die Aufräumarbeiten nach dem größten Schneesturm in New York dokumentieren konnten. Vor seiner Tätigkeit bei Radio WNYC war Jim Colgan  freiberuflicher Journalist für diverse Zeitungen und Radiostationen in Irland. Er begann seine Radio-Karriere als Geschäftsführer des Studentenradios des Trinity College in Dublin.

 

Partner der Lokalrundfunktage 2012