PRESSEMITTEILUNG, 05.Juli 2011 (ok) Lokalfernsehen für die jüngere Zielgruppe war das Thema im Workshop „Jung, innovativ, originell“ im Rahmen der Lokalrundfunktage Nürnberg. Anhand von Beispielen wurde aufgezeigt, wie originelles Lokalfernsehen für jüngere Zielgruppen aussehen könnte. Entscheidend sei dabei der Spagat zwischen innovativen Formaten und den Ansprüchen der Werbekunden.
Jung, innovativ, originell als Synonyme für preiswert produziert?
Mit einem gängigen Klischee über die Zuschauer des Lokalfernsehens „Entweder die Fernbedienung verlegt oder zu gebrechlich, um den Sender zu wechseln” provozierte Moderator Heiko Linder, Programmchef und Redaktionsleiter bei Franken Fernsehen zu Beginn der Veranstaltung. Die Referenten Sascha Borchers, Thorsten Harm und Klaus Kranewitter stellten dann verschiedene innovative Formate und Konzepte vor, um die Zielgruppe zu vergrößern – und damit Klischee zu widerlegen. Wenngleich der durchschnittliche Zuschauer älter werde, lohne es sich, durch Mut und Innovation jüngere Zuschauer zu gewinnen. Eine besondere Herausforderung sei dabei allerdings die Gratwanderung zwischen den Ansprüchen unterschiedlicher Altersgruppen.
Zunächst stellte Sascha Borchers seine personality-orientierte Talkshow „Sascha“ auf center.tv vor. Anhand von Videoeinspielungen illustrierte er das „ungewöhnliche Format im Lokalfernsehen“, bei dem er sowohl Leitung als auch Schnitt und Produktion übernimmt. Seit 2007 absolvierte der Moderator bereits 400 Sendungen sowie über 1000 Reportereinsätze. Wenngleich Borchers alle Zuschauer von „8 bis 88“ ansprechen möchte, richte sich die Ansprache vornehmlich an die 14-49jährigen.
Thorsten Harm, CEO Rodeostar GmbH, präsentierte mit “Nachtfahrt TV” ein innovatives Format speziell für Jugendliche. Hierbei sei heute wichtig, persönliche Interaktion mit den Zuschauern zu gewährleisten sowie etwa mit Web TV zusätzliche Kanäle zu nutzen Durch Kooperation mit Internetplattformen ergebe sich sowohl eine Erweiterung des Zuschauerkreises als auch die Möglichkeit einer besseren Resonanzmessung.
Schließlich erläuterte Klaus Kranewitter, Programmkoordinator des Münchner Aus- und Fortbildungskanals afk tv, wie sich Ausbildung und innovatives Lokalfernsehen vereinen lassen. Anhand von Ausschnitten aus den verschiedenen Formaten wurde illustriert, wie sich mit kleinen Budgets und Mitarbeitern in Ausbildung innovatives Lokalfernsehen machen lässt.
Feedback durch soziale Medien: Diskutiert wurde im Anschluss an die Vorträge insbesondere der vermeintliche Widerspruch zwischen dem Anspruch der Verjüngung und dem demographischem Wandel. Dieser ließe sich mit originellen Ideen und Mut begegnen. Durch soziale Medien wie Facebook, Twitter & Co. bieten sich neue Möglichkeiten der Interaktion. Internet als zusätzlicher Kanal sei für viele Fernsehsender inzwischen sehr wichtig geworden. So behauptet Sascha Borchers im Hinblick auf die persönliche Interaktion mit den Zuschauern via Facebook: „Ich wüsste gar nicht mehr, wie es ohne gehen sollte“. (Oliver Kohlmaier)