PRESSEMITTEILUNG, 06.07.2011 (ag) Online-Forschungswerkzeuge bieten neue Möglichkeiten, schnell und kostengünstig zu verwertbaren Daten zu kommen. Einige viel versprechende Anwendungsfelder für Online-Forschungsmethoden stellten nun im Rahmen der Nürnberger Lokalrundfunktage 2011 die Referenten des Workshops „Tastatur statt Telefon: Online-Research für lokale Stationen“ vor. Moderiert wurde die Veranstaltung von Johannes Götze, Produktmanager beim Berliner Rundfunk 91.4.
Dr. Florian Kerkau vom Berliner Beratungsunternehmen Goldmedia stellte die grundlegende Frage, was Online-Umfragen für den Radiobereich leisten können. Er präsentierte dazu die Ergebnisse einer Studie seines Unternehmens, in der dieselbe Befragung einmal via Telefon und einmal mithilfe eines Internetfragebogens durchgeführt worden war. Ergebnis dieses Methodenvergleichs sei gewesen, dass „online eine relativ ebenbürtiger Forschungsweg ist“, erklärte Kerkau und ergänzte, er könne Onlinebefragungen „allen nur ans Herz legen“.
Beate Bender vom Regensburger Radio-Marketing-Unternehmen Broadcast-Future präsentierte ein Online-Tool, mit dem Radiosender ihre Werbekunden befragen können. Das Tool habe sich in der Praxis derart bewährt, dass ihr Unternehmen mittlerweile komplett „auf die Online-Befragung umgestellt“ habe, sagte sie. Es liefere schnell und kostengünstig Daten. Zudem sei die Resonanz der befragten Werbekunden meist sehr positiv, so Bender.
Begeistert von den Möglichkeiten der Online-Forschung zeigte sich auch Medienunternehmer Markus Langemann. Unter dem Titel „iMusicResearch“ stellte er eine Smartphone-App vor, mit deren Hilfe Radiosender zukünftig quasi in Echtzeit die Akzeptanz ihrer Programminhalte bei den Hörern abfragen können. „Wir erreichen unsere Hörer bislang nie in ihrem gewohnten Umfeld“, benannte Langemann das aus seiner Sicht zentrale Problem der etablierten Radioforschungsmethoden. Eine Smartphone-App mit der man unmittelbar und jederzeit „einfach mal fragen“ könne, sei dafür die perfekte Lösung. Als ehrgeizige Vision für die Zukunft formulierte er: „Mit einem Tool wie diesem wird der Hörfunk das, was er schon immer war, nämlich das größte soziale Netzwerk von allen.“ (Adrian Gerlitsch)