Ob mobiler Journalismus, Online-Zeitungen von Radiosendern oder Radiostationen, die ihre Hörer selbst zu Reportern machen – auch im Lokaljournalismus werden neue Formen entwickelt und erprobt, die der geänderten Mediennutzung gerecht werden.
Katrin Steinert ist Redakteurin bei der Rhein-Zeitung (www.rhein-zeitung.de). Doch aus ihrem herkömmlichen Volontariat bei der Zeitung wurde 2009 ein völlig neues Projekt ins Leben gerufen. Als erste Redakteurin der insgesamt 16 Lokalredaktionen der Rhein Zeitung startete sie als Mobile Journalistin. Ohne jegliche Ausbildung zur Videojournalistin oder Fotografin wurde sie losgeschickt, um diese neue Form von Journalismus auszuprobieren.
Mobiler Journalismus (Abk. „MoJo“) bezeichnet eine neue Form des Journalismus, bei der vor allem Lokalredakteure multimedial aktiv sind. Das bedeutet, sie ziehen mit einem Auto los und filmen, fotografieren und schreiben über Dinge, die sie interessieren. Die Ergebnisse davon werden als Videos, Fotos, Blogs oder via Twitter ins Internet gestellt. Es geht dabei nicht darum, die Arbeit möglichst professionell aussehen zu lassen. Was vielleicht mit Amateurhaftigkeit verwechselt werden könnte, ist im Gegenteil eine neue Form des Journalismus, die jung, spontan und eben nicht völlig durchgeplant sein soll.
Eine weitere Form von Medienkonvergenz setzte Volker Omert in seiner Position als Chefredakteur beim Funkhaus Würzburg durch. Als Programmchef bei Radio Charivari ist ihm bewusst, dass das Radio einer permanenten Veränderung unterworfen ist. Dieser ständige Drang, sich weiter zu entwickeln, rief die Idee ins Leben, zusätzlich zum Radiosender eine Online-Zeitung zu entwickeln. So entstand die Homepage Mainfranken 24 (www.mainfranken24.de) unter Zusammenarbeit mit Charivari. Mainfranken 24 ist jedoch als eigene Marke auf dem Markt und es wird sehr darauf geachtet, dass sie nicht zu sehr mit Radio Charivari in Verbindung gebracht wird. Dieser „Multijournalismus“ soll das Spektrum der User erweitern.
Christian Stärkle, Gründer und Geschäftsführer der Allmediaconsulting AG und Dozent an der University of applied Sciences in Chur für die Gebiete Medienkonvergenz und Radio, verdeutlichte Grenzen und Chancen der Medienkonvergenz: Am Anfang der Medienkonvergenz stehe die Technik, denn durch sie erst können neue Formen von Journalismus entstehen. Darauf folgt die Wertschöpfungskette der Medien: Inhalte erstellen und produzieren, Inhalte bündeln, Inhalte distribuieren und Inhalte konsumieren.
Konvergenzjournalismus orientiert sich am Informationsfluss sowie am Verhaltenswandel der User. Dadurch lasse sich auch die Idee umsetzen, Hörer zu Reportern werden zu lassen. Durch die leichte Handhabung, seine Beiträge online zu stellen und das Interesse der Hörer, den Sender mitzugestalten, war diese Idee ganz einfach umsetzbar.
Verfasser: Simona Asam