Lokalrundfunktage Nürnberg

Nürnberg, 6. - 7. Juli 2010
Workshop
Spezial III

Programm light – Ausbildung light?
Brauchen wir noch ausgebildete Radiojournalisten?

Dienstag, 7. Juli 2009
16:30 - 17:30 Uhr
Saal Kiew

Showproducer oder Journalist? O-Ton-Holer, Marketingazubi oder Volontär? Welche journalistische Ausbildung brauchen wir überhaupt noch? Wer die Servicewellen in Deutschland hört, befindet sich in einer Formatwüste. Um die Position des Moderators zu stärken, gibt es so gut wie keine Beiträge. Für O-Töne sind Praktikanten zuständig. Die Vielfalt journalistischer Formen im Radio nimmt ab. Welche Auswirkungen hat das auf das Berufsbild der Radiojournalisten und ihre Ausbildung? Hilft die Entwicklung eines Volontärsausbildungssiegels?

Eine Veranstaltung der BLM in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Rundfunk (AER) im Rahmen der Lokalrundfunktage 2009.

Bericht über den Workshop

Verantwortung für mehr Qualität im Privatradio

Evangelische Radiomacher fordern eine bessere journalistische Ausbildung. Beim Workshop „Programm light – Ausbildung light?“ haben Radiomacher aus ganz Deutschland darüber diskutiert, wie sich die zunehmende Formatierung von Radioprogrammen auf die Volontärsausbildung auswirkt.

In der sehr engagiert geführten Diskussion betont Florian Barckhausen, Chefredakteur bei radioeins in Berlin, die gestiegenen Ansprüche an Journalisten, die für qualitativ hochwertige Programme arbeiten wollten. Eine entsprechende Ausbildung könnten sich allerdings meist nur die durch Gebühren finanzierten öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten leisten.

Dass gut aufbereitete Informationen auch beim Publikum privater Sender gefragt sind, erklärt Michael Spohrer vom MS Medienbüro in Köln. Je kleiner das Einzugsgebiet einer Radiostation, desto vielfältiger die Bedürfnisse und Ansprüche der Hörer, so Spohrer.

Yvonne Malak, Programmberaterin aus Berlin, weißt darauf hin, dass sich die Ausbildung von Radiojournalisten viel stärke als bisher an die veränderten Bedingungen des Radiomarktes anpassen müsse, etwa durch die Berücksichtigung von On Air Promotion, Kommunikationsstrategien und Musik Research.

Demgegenüber warnt Andreas Fauth von der Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Rundfunk (aer), die Volontärsausbildung zu sehr auf die kommerziellen Interessen der privaten Sender auszurichten. Wichtigstes Ziel sei die Glaubwürdigkeit des Journalisten. „Jeder Radiomacher ist aufgerufen, kritisch gegenüber der eigenen Arbeit und den von der Redaktion gesetzten Themen zu sein.“ Wichtig sei daher, dass sich auch die Kirchen für eine fundierte Ausbildung im Rundfunkbereich engagierten. Die aer biete daher zukünftig eigene Volontärskurse an, die auch anderen interessierten Redaktionen und deren Volontären offen stehen.

Bereits zum zweiten Mal hat die aer in Zusammenarbeit mit der Bayrischen Landeszentrale für neue Medien einen Workshop zu Fragen der Medienethik und Qualitätssicherung bei den Lokalrundfunktagen angeboten.

Die aer ist ein Zusammenschluss von derzeit 16 evangelischen Redaktionen, die den privaten Rundfunksendern in ihrem jeweiligen Gebiet neben kirchlichen Verkündigungsbeiträgen und -sendungen auch aktuelle Beiträge zu sozialen, gesellschaftlichen und kirchlichen Themen zuliefern. Sie decken dabei das gesamte Bundesgebiet zwischen Nordsee und Alpen ab und erreichen wöchentlich bis zu 25 Millionen Hörerinnen und Hörer. Die aer versteht sich als Dachverband kirchlicher Privatfunkredaktionen in Deutschland.

Verfasser: Dr. Siegfried Krückeberg

Referenten

Florian BarckhausenRadioeins rbb, Berlin

wurde 1946 in Chemnitz geboren. Nach seinem Jura- Studium in Berlin, Zürich und den USA, absolvierte er 1969 ein Volontariat bei der ARD. Anschließend war ...

wurde 1946 in Chemnitz geboren. Nach seinem Jura- Studium in Berlin, Zürich und den USA, absolvierte er 1969 ein Volontariat bei der ARD. Anschließend war er sowohl im Bereich Hörfunk (Rias, SFB), als auch Fernsehen (NDR, SFB) als freier Moderator, Autor und Reporter tätig. Nach einer festen Mitarbeit als Moderator und Reporter beim Sender Freies Berlin (SFB), gründete und leitete Barckhausen 1991 das Berliner Stadtradio 88,8. Seit 2005 ist er Chefredakteur bei radioeins in Berlin.

Andreas Fauth

geboren am 18. Juli 1971 in Helmarshausen. Abitur 1991. Studium der Germanistik und Politikwissenschaften in Göttingen. 1998 Erstes Staatsexamen für höheres Lehramt, 01/1999 bis 06/2001 ...

geboren am 18. Juli 1971 in Helmarshausen. Abitur 1991. Studium der Germanistik und Politikwissenschaften in Göttingen. 1998 Erstes Staatsexamen für höheres Lehramt, 01/1999 bis 06/2001 Journalistisches Hörfunkvolontariat in der Evangelischen Kirchenredaktion für Hessen und Nassau bei Hit Radio FFH (Privatfunkagentur der EKHN), seit Juli 2003 Redaktionsleiter. Entwicklung von Formaten und Sendungen (z.B. „Kreuz & Quer” auf Hit Radio FFH), Recherche und Produktion von Hörfunkbeiträgen für FFH, harmony.fm, Klassik Radio, MAIN FM und planet- radio. Zugleich Leiter der Abteilung Aus- und Fortbildung, Planung und Konzeption von Workshops für junge Radiojournalisten, Durchführung von journalistischen Ausbildungs- und Medienkompetenzprojekten zusammen mit der Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien LPR in Kassel (z.B. mehrtägige Ausbildungsradios auf UKW).

PD Pfr. Dr. Siegfried Krückebergmedio!, Frankfurt

Jahrgang 1957, studierte evangelische Theologie in Münster und Heidelberg. Er war von 1983 bis 1989 Gemeindepfarrer in Borken bei Kassel. Seit 1990 arbeitet er als ...

Jahrgang 1957, studierte evangelische Theologie in Münster und Heidelberg. Er war von 1983 bis 1989 Gemeindepfarrer in Borken bei Kassel. Seit 1990 arbeitet er als Beauftragter der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck für den privaten Hörfunk, leitet die Frankfurter Redaktion von medio – Die Medienagentur der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck und ist Geschäftsführer der medio GmbH. Seit seiner Promotion zum Dr. theol. 1998 unterrichtet er als Lehrbeauftragter an der Abteilung für Christliche Publizistik der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und ist seit 2008 Privatdozent. Von 1998 bis 2004 war er Vorsitzender der Kommission für Privaten Rundfunk im Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik und ist seit 2006 stellvertretender Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Rundfunk (AER).

Yvonne Malak

Die gebürtige Mainzerin, die in den 80ern erstmals bei Radio Gong und Radio F moderierte, ist seit Januar 2006 Inhaberin der der Medienberatung my ...

Die gebürtige Mainzerin, die in den 80ern erstmals bei Radio Gong und Radio F moderierte, ist seit Januar 2006 Inhaberin der der Medienberatung my radio mit Sitz in Berlin. my radio berät Kunden im gesamten deutschsprachigen Raum (u.a. NDR JUMP, Energy Wien, Hitradio RT1) und betreut z.B. in Baden-Baden den Re-launch von Hit 1 als die neue Welle. Bevor Yvonne Malak sich selbständig machte, wirkte sie seit 2000 nacheinander bei Radio Salü in Saarbrücken, Radio Ton in Heilbronn und BB Radio in Potsdam als Programmdirektorin. In Potsdam war sie zuvor bereits Programmchefin gewesen. Neben ihrer Hauptberuflichen Tätigkeit hat Yvonne Malak einen Lehrauftrag an der Universität Karlsruhe und ist Dozentin der Hörfunkakademie und der Akademie für Publizistik.

Michael Spohrer

wurde 1956 in Andernach geboren. Nach seinem Abitur diente er von 1977 bis 1979 als Soldat auf Zeit bevor er 1979 sein Studium der Psychologie, ...

wurde 1956 in Andernach geboren. Nach seinem Abitur diente er von 1977 bis 1979 als Soldat auf Zeit bevor er 1979 sein Studium der Psychologie, Soziologie und Philosophie an der Universität Hamburg begann, welches er 1985 mit dem Diplom abschloss. Daraufhin arbeitete er bis 1987 als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der GfK Marktforschung in Nürnberg, woraufhin er Gruppenleiter der Anzeigenmarketing-Forschung der BURDA GmbH wurde. Von 1989 bis 1997 übernahm er Leitungsfunktionen in der GfK Marktforschung im Bereich Medienforschung und wurde 1997 Geschäftsführer der GfK AG Nürnberg. Seit 2003 ist er geschäftsführender Gesellschafter des MS Medienbüro Köln GmbH & Co. KG. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören Musik- und Positionierungsuntersuchungen für viele öffentlich-rechtliche und private Hörfunkprogramme.

 

Workshops zu Spezial

Anschließende Workshops

Gleichzeitige Workshops