Verantwortung für mehr Qualität im Privatradio

Evangelische Radiomacher fordern eine bessere journalistische Ausbildung. Beim Workshop „Programm light – Ausbildung light?“ haben Radiomacher aus ganz Deutschland darüber diskutiert, wie sich die zunehmende Formatierung von Radioprogrammen auf die Volontärsausbildung auswirkt.

In der sehr engagiert geführten Diskussion betont Florian Barckhausen, Chefredakteur bei radioeins in Berlin, die gestiegenen Ansprüche an Journalisten, die für qualitativ hochwertige Programme arbeiten wollten. Eine entsprechende Ausbildung könnten sich allerdings meist nur die durch Gebühren finanzierten öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten leisten.

Dass gut aufbereitete Informationen auch beim Publikum privater Sender gefragt sind, erklärt Michael Spohrer vom MS Medienbüro in Köln. Je kleiner das Einzugsgebiet einer Radiostation, desto vielfältiger die Bedürfnisse und Ansprüche der Hörer, so Spohrer.

Yvonne Malak, Programmberaterin aus Berlin, weißt darauf hin, dass sich die Ausbildung von Radiojournalisten viel stärke als bisher an die veränderten Bedingungen des Radiomarktes anpassen müsse, etwa durch die Berücksichtigung von On Air Promotion, Kommunikationsstrategien und Musik Research.

Demgegenüber warnt Andreas Fauth von der Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Rundfunk (aer), die Volontärsausbildung zu sehr auf die kommerziellen Interessen der privaten Sender auszurichten. Wichtigstes Ziel sei die Glaubwürdigkeit des Journalisten. „Jeder Radiomacher ist aufgerufen, kritisch gegenüber der eigenen Arbeit und den von der Redaktion gesetzten Themen zu sein.“ Wichtig sei daher, dass sich auch die Kirchen für eine fundierte Ausbildung im Rundfunkbereich engagierten. Die aer biete daher zukünftig eigene Volontärskurse an, die auch anderen interessierten Redaktionen und deren Volontären offen stehen.

Bereits zum zweiten Mal hat die aer in Zusammenarbeit mit der Bayrischen Landeszentrale für neue Medien einen Workshop zu Fragen der Medienethik und Qualitätssicherung bei den Lokalrundfunktagen angeboten.

Die aer ist ein Zusammenschluss von derzeit 16 evangelischen Redaktionen, die den privaten Rundfunksendern in ihrem jeweiligen Gebiet neben kirchlichen Verkündigungsbeiträgen und -sendungen auch aktuelle Beiträge zu sozialen, gesellschaftlichen und kirchlichen Themen zuliefern. Sie decken dabei das gesamte Bundesgebiet zwischen Nordsee und Alpen ab und erreichen wöchentlich bis zu 25 Millionen Hörerinnen und Hörer. Die aer versteht sich als Dachverband kirchlicher Privatfunkredaktionen in Deutschland.

Verfasser: Dr. Siegfried Krückeberg

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